Bauphysik
von Hanf- Kalksteinen
Das Multitalent für hohe Ansprüche
Wärmedämmung
Der Isohemp Hanfstein hat eine Dämmwirkung, die modernen Baustoffen entspricht. Mit einer Wärmeleitfähigkeit λ von 0,071 W/(m·K) braucht der Hanf-Kalkstein sich nicht vor Konkurrenzprodukten zu verstecken.
Wegen der guten Dämmeigenschaften kann der Hanf-Kalkstein für den modernen Neubau eingesetzt werden. Eine Holzrahmenwand, ausgefacht mit einem 30er Hanf-Kalkstein, erreicht einen U-Wert von 0,23 W/(m²K). Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) verlangt bei der Erneuerung von Außenwänden im Bestand einen U-Wert von höchstens 0,24 W/(m²K).
Mit einem 38er Stein plus 24 mm Holzweichfaserplatte als äußerem Abschluss erreicht die Wand rechnerisch einen U-Wert von rund 0,17 W/(m²K).
In der Fachwerksanierung kann der Isohemp Hanfstein sehr gut zur Innendämmung einer bestehenden Fachwerkwand verwendet werden. 120 mm Hanf-Kalkstein bringen einen besseren Dämmwert als eine Innendämmung mit 160 mm Leichtlehm. Durch die hohe Feuchteaufnahme und den stark alkalischen Kalk eignet sich der Hanf-Kalkstein gut für historische Bausubstanz.
Schalldämmung, Diffusion von Schall
Die inhomogene Hanffaser, gemischt mit dem mineralischen Kalkbindemittel, sorgt für guten Schallschutz. Je nach Steindicke erreicht eine einschalige Wand ein bewertetes Schalldämmmaß Rw von 37 bis 44 dB (Herstellerangabe IsoHemp, ISO 10140-2, simulierter Wert mit einseitigem Putz).
Bei Trennwänden zwischen zwei Wohneinheiten kann durch einen zweilagigen, entkoppelten Aufbau der Schallschutz noch einmal verbessert werden.
Schwer entflammbar, stark alkalisch
Hanf wächst schnell und erreicht innerhalb weniger Monate mehrere Meter Höhe.
Hanf wird seit Jahrhunderten als Kulturpflanze angebaut.
Durch die Mischung mit Kalk wird aus der resistenten Hanffaser ein noch stabilerer Baustoff. Der IsoHemp Hanfstein ist schwer entflammbar: Brandverhalten B-s1,d0 nach EN 13501-1.
Hanf als Faser nimmt extrem viel Feuchtigkeit auf, ohne sich überhaupt nass anzufühlen und ohne an Dämmwirkung zu verlieren. Die Feuchtigkeit kann an die Raumluft schnell wieder abgegeben werden. Der Kalk im Hanf-Kalkstein ist stark alkalisch (hoher pH-Wert).
Innendämmung: Warum der Dämmwert allein nicht reicht
Bei der Innendämmung wird meist nur auf den λ-Wert geschaut. Für ein angenehmes Raumklima im Sommer zählt aber auch, wie viel Masse auf der Raumseite Wärme aufnehmen kann.
Eine alte Massivwand puffert Hitze gut, solange sie mit dem Raum verbunden ist. Wird innen eine leichte Dämmplatte davorgeklebt, ist die schwere Wand vom Raum abgekoppelt – der Raum heizt sich schneller auf. Eine Vorsatzschale aus Hanfkalkstein dämmt und bringt die Masse gleichzeitig auf die Raumseite.
| Bei gleichem Dämmwert (R ≈ 1,7 m²K/W) | Hanfkalkstein + HL-Mix | Leichte mineralische Dämmplatte (Mineralschaum, ca. 90 kg/m³, geklebt) |
|---|---|---|
| Masse auf der Raumseite | ca. 38 kg/m² (12 cm) | ca. 7 kg/m² (7–8 cm) |
| Phasenverschiebung (ISO 13786) | 7,9 h bei 12 cm, 13,1 h bei 20 cm | – |
| Unebene Bestandswand | wird in der HL-Mix-Hinterfüllung ausgeglichen | Ausgleichsputz nötig, danach Trocknungszeit |
| Oberfläche | massiver Putzgrund | Armierungslage mit Gewebe nötig |
| Regale, Küche, TV | Befestigung in der Steinschale (HempFix, Lasten laut Nachweis) | Spezialdübel für leichte Lasten, schwere Lasten durch die Platte in die Wand |
| Wärmeleitfähigkeit λ | 0,071 W/(m·K) | ca. 0,042–0,045 W/(m·K) |
Wer nur auf den λ-Wert schaut, kommt mit der Platte dünner aus. Wer möchte, dass sich die Räume im Sommer langsamer aufheizen, braucht Masse auf der Raumseite – hier bringt der Hanfkalkstein bei gleichem Dämmwert mehr als fünfmal so viel mit.
Kennwerte Hanfkalkstein: IsoHemp-Katalog 2026 (Rohdichte ca. 320 kg/m³, R 1,69 m²K/W bei 12 cm). Dämmplatte: typische Herstellerangaben für mineralische Innendämmplatten.
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